VBPhV-Signet Berlin

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Zur Veröffentlichung in der „philatelie“:

Duftmarken gesetzt…


Duftmarken gesetzt...

…im Wortsinne hat das Bundesministerium der Finanzen mit der Herausgabe der diesjährigen Wohlfahrtsmarken „Obst“. Bei der Übergabe der Erstdrucke der Marken an den Schirmherrn des Sozialwerkes Wohlfahrtsmarken, Bundespräsident Dr. Horst Köhler konnte Finanzminister Dr. Schäuble am 7. Januar darauf hinweisen, dass erstmals in der postalischen Geschichte Deutschlands Briefmarken „duften“.

Bei der Produktion dieser Marken hat die Bundesdruckerei Berlin mit aufwendiger technischer Innovation sortentypische Duftstoffe auf jeder der Marken aufgebracht, so dass auch nach mehrmaligem Rubbeln der Duft noch überzeugend das Aroma der jeweiligen Frucht auf der Marke abgibt. Die Teilnehmer der Feierstunde im Schloss Bellevue in Berlin konnten sich allerdings am Marktstand im Festsaal davon überzeugen, dass die gewachsenen Originale neben dem Duft auch noch ausgezeichnet schmecken – das kann man von den gelungenen „naturidentischen“ Marken sicher nicht sagen.

Wohlfahrtsmarke 2010
Übergabe der Marken durch den Finanzminister Marktstand

Wohlfahrtsmarken stehen in einer langen Tradition der Finanzierung sozialer Aufgaben durch den Zuschlagserlös von Briefmarken, die in Deutschland 1919 mit dem Markenaufdruck „5 Pf für Kriegsbeschädigte“ begonnen hatte und in den 20iger und 30iger Jahren mit sog. „Nothilfemarken“ weitergeführt wurde: Die NS-Machthaber setzten das dann mit überhöhten Zuschlägen fort, deren Erlöse dann in undurchsichtige Kanäle und Taschen flossen. Erst im Jahre 1949 folgte dann der Neubeginn mit den „Helfer der Menschheit“ Marken, seit 1969 auch begleitet von den „Weihnachtsmarken“. Bis heute haben rd. vier Milliarden dieser Marken einen Plus-Erlös (wie es heute bezeichnet wird) von rechnerisch über 600 Millionen Euro erzielt, der den Wohlfahrtsverbänden hilft, soziale Projekte zu verwirklichen. Beispiele dafür ließ sich der Bundespräsident im Anschluss vorstellen.

Der Finanzminister hofft mit den innovativen „Marken mit Duft“ neue Käufer auf diese Marken aufmerksam zu machen, um in diesem Jahr wieder steigende Zuschlagerlöse zu erzielen. Er dankte den Verkäufern der Verbände und der Post für ihre Mithilfe. Der Zwangs-Beitrag nahezu aller Philatelisten im Lande wurde nicht erwähnt, vielleicht habe ich ihn in diesem Jahr überhört?

Frank Walter (Berlin)


Termine des Jahres 2010

Die Termine des Veranstaltungen des VBPhV finden Sie im Rundschreiben 01/2010, das wir hier als PDF-Dokument abgelegt haben. Zum Lesen benötigen Sie den kostenlosen Adobe Acrobat Reader.


In 20 Jahren von 100 auf 200? Das Naturkundemuseum Berlin

Der U-Bahnhof nebenan hat inzwischen den Namen des Museums angenommen. Gute Werbung; ist es doch ein wichtiges, hochinteressantes Museum, für die Berliner, für die Touristen und - wegen der imposanten Saurier - wohl auch für Kinder. Und da ist es nur zu begrüßen, dass im Ausgabeprogramm des BMF für die Sonderpostwertzeichen des Jahres 2010 auch eine Marke „200 Jahre Museum für Naturkunde Berlin“ erscheinen wird.

Die DDR-Briefmarken zum „100jährigen Bestehen des Museums für Naturkunde der Humboldt-Universität Berlin“ sind noch in guter Erinnerung. Sie erschienen vor 20 Jahren, im Jahre 1990! Und in diesen 20 Jahren soll das Museum um 80 Jahre gealtert sein? Wer irrt hier?

Die DDR-Ausgaben
aus dem Jahre 1990

Im Briefmarken-Spiegel (Heft 3-2009) wurden wir aufgeklärt.

Der BMS hatte auf eine Leseranfrage recherchiert: „Das heutige Museum für Naturkunde wurde 1889 gegründet (die DDR-Ausgabe kam etwas spät) und fasste drei bis dahin selbstständige Museen zusammen: das Geologisch-Paläontologische Museum, das Mineralogisch-Petrografische Museum und das Zoologische Museum. Letzteres wurde 1809 gegründet und 1810 eröffnet.

Beide Daten sind also richtig – je nachdem, wie weit man historisch zurückblickt.

FHW (Auszug aus der „berlin philatelie“ Heft 2/2009; S.47)


Russische Kamelpost – wieder im Licht der Öffentlichkeit

„Die farbenprächtigen plastischen Figurengruppen des russischen Postwesens am Ende des 19. Jahrhunderts … gehören zu den schönsten Stücken des Reichspostmuseums. Diese Darstellungen sind Meisterwerke der russischen Kleinkunst und finden stets ungeteilten Beifall.“

(Museumsdirektor Erwin Müller-Fischer im Museumsführer „Vom Postpapyrus zum Postflugzeug“, Berlin 1939)

Mit Kriegsausbruch im September 1939 schloss das Reichspostmuseum für immer seine Pforten. Aufgrund der Bombenangriffe auf Berlin wurde 1943 das Gros der Museumsbestände nach Süd- und Mitteldeutschland ausgelagert.

Viele der im Museumsgebäude verbliebenen Sammlungs- und Ausstellungsstücke, darunter auch die erwähnten Publikumslieblinge, erlitten in den Kämpfen um die Reichshauptstadt im Frühjahr 1945 starke Beschädigungen oder wurden vernichtet. Die Nachkriegsinventur musste den Verlust von acht der neun russischen Kleinplastiken verzeichnen, die im Auftrage von Heinrich von Stephan in den Jahren 1894 bis 1896 von der „Anstalt zur Anfertigung pädagogischer Hülfsmittel und Spiele“ in St. Petersburg für die stolze Summe von fast 8.000 Mark hergestellt worden waren.

Von den attraktiven Schaustücken des ausländischen Verkehrs- und Postwesens, darunter die „Hundepost auf der Insel Sachalin“ und die „Postboten im Kaukasus bei hohem Schnee“, war nur die „Kamelpost“ aus dem Jahr 1894 der vollständigen Zerstörung entkommen. Im Jahr 2007 erfolgte die aufwendige Restaurierung. Die behutsame Reinigung der vielen aus verschiedenen Materialien bestehenden Einzelteile, ihre passende Ergänzung und sichere Befestigung dauerten mehrere Monate. Unter den alten Gips- und Schmutzschichten tauchte im Verlauf der Restaurierung auch das alte Petersburger Herstellerlogo wieder auf. Die „Kamelpost“ weiht im August 2009 im Museum für Kommunikation Berlin die neue Ausstellungseinheit „Das besondere Objekt“ ein.

Dr. Veit Didczuneit (Museum für Kommunikation Berlin)

Das Foto und der Text von Dr. Didczuneit hat im Zusammenhang mit dem Thema des diesjährigen Tages der Briefmarke „Schätze aus den Museen“ sofort unser Herz höher schlagen lassen. Das ist kein spektakuläres Objekt, wie der Eichstädt-Brief oder die anderen Exponate aus der Schatzkammer, aber ein besonders Objekt, ja das ist es. Und als dann der von Geo Müller (Nürnberg) auf Werner Salzmanns Anregung entworfene Sonderstempel vorlag, war alles klar: Die Kamelpost soll den Tag der Briefmarke Berlin 2009 darstellen. Und als wir den Sonderstempel in Weiden vorlegten, gab es auch von dort freudige Zustimmung: „Danke für die Zusendung. Schaut wirklich sehr gut aus. Ein Stempel der irgendwie Freude macht (vor allem für mich als "alter" Postler)“ schrieb uns Frau Girbert, die die Sonderstempel betreut. Gefällt er Ihnen auch?

Frank Walter

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PIN-AG PIN MAIL erklärt ältere Marken für ungültig

Was man schon lange munkelt, wird vom Vorstand der PIN MAIL, Dr. Axel Stirl nun offen zugegeben: Man wird der gefälschten (kopierten) Marken aus früheren Serien nicht mehr Herr und wird ab sofort alle älteren Marken von der Briefpostbeförderung ausschließen. Man hatte zwar vor Jahren durchaus erfolgreich begonnen, mit Sicherheitsaufdrucken und anderen Sicherheitsmerkmalen zu experimentieren, in diesen Tagen schreibt Stirl an die Kunden der PIN MAIL (vor allem im PLZ-Bereich 1), „dass aktuell große Mengen gefälschter PIN-Briefmarken in Umlauf gebracht werden".

PIN werde ab dem 1.9.2009 nur noch Sendungen befördern, die mit Briefmarken freigemacht wurden, die seit dem Juni 2008 erschienen sind. Das sind die beliebten Ampelmann-Marken (und folgenden Serien). „Sendungen, die mit Marken älterer Serien freigemacht sind, werden wir nicht mehr befördern" heisst es. Und natürlich werde man, aufgrund „inzwischen eingeleiteter innerbetrieblicher" Kontrollen, Sendungen feststellen können, die mit gefälschten Briefmarken frankiert wurden. Und deren Beförderung werde man bereits vor dem 1.9.2009 verweigern.

Man kaufe ältere Marken zurück oder tausche sie „unter Nachweis der Echtheit (Wie soll man das machen? Der Verf.) und Vorlage der Original-PIN-AG-Rechnung (Die hat ja auch jeder noch in der Hand? Der Verf.) dem Besitzer um.

Natürlich fehlt nicht der Hinweis, dass man PIN Marken „immer und ausschließlich" in den PIN- oder Partnershops kaufen solle; „Sollten Ihnen Marken aus dritter Quelle angeboten werden, sind wir für jeden Hinweis dankbar." Noch offene Fragen? Dafür steht PIN MAIL „gern" unter der Rufnummer 030 – 57 79 78 – 800 zur Verfügung.

Frank Walter, AIJP

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